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Master-Studium Golf

Beginn einer neuen Ära im deutschen (Golf)Sport

Am 2. November hat eine neue Ära in der deutschen Hochschul- und Golfsport-Geschichte begonnen: Um 9 Uhr begrüßte Professor Dr. Heiko Strüder, Leiter des Studiengangs „Master of Science Research and Instruction in Golf“, eine Studentin sowie 14 Studenten, die an der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) den neuen dreijährigen Weiterbildungsstudiengang absolvieren. Hörsaal ist der Seminarraum des Kölner Golfclubs, wo alle Präsenzveranstaltungen des auf sechs Semestern angelegten Studiums stattfinden.

von Matthias Lettenbichler - 3. November 2014 09:52

Köln – „Wir sind stolz darauf, Teil dieses spannenden Projektes zu sein“, sagt Guido Tillmanns, Geschäftsführender Gesellschafter des Kölner Golfclubs, der ab Sonntag als Gastgeber des Studiengangs fungiert. „Es zeigt, dass wir hier eine Anlage geschaffen haben, die mit ihrer technischen Ausstattung auch höchsten Anforderungen gerecht wird.“ Vom Seminarraum sind es nur ein paar Schritte hinüber zur Videoanalyse-Station, die Driving Range ist von dort nur durch eine Glasscheibe getrennt. Die neue Außenstelle der Deutschen Sporthochschule Köln ist ideal ausgestattet, um den 15 Studierenden und ihren Dozenten perfekte Rahmenbedingungen zu bieten.

Drei Jahre lang machen sie Golf zur Wissenschaft, forschen und untersuchen, erheben Zahlen und erstellen Statistiken. Sie lernen, wie der Golfsport und seine verschiedenen Facetten auf universitärer Ebene zu beleuchten sind. Hintergrund des neuen Studiengangs: Der Golfmarkt verändert sich. Das Master-Studium ist eine Antwort auf sich verändernde Bedürfnisse des Arbeitsumfelds Golf. Die Absolventen haben später als hochqualifizierte Fachkräfte die Möglichkeit, in einer Vielzahl von Berufsfeldern, auch über die Grenzen des klassischen Berufsprofils eines Golflehrers, Trainers oder Sportlehrers hinaus, tätig zu werden. „Durch die zunehmende Professionalisierung des Golfsports werden Führungspositionen in Golfresorts und Golfanlagen, in Golfschulen, Vereinen und Verbänden künftig vorrangig von Bewerbern mit akademischem Abschluss besetzt werden. Hierfür qualifiziert das Master-Studium Golf“, erklärt Ines Halmburger, Geschäftsführerin der Aus- und Fortbildungs GmbH der PGA of Germany, die den neuen Studiengang gemeinsam mit der DSHS ins Leben gerufen hat.

Während der sechs Semester sind zwei bis drei Präsenz-Wochen pro Semester an der DSHS gefordert, an der neuen Außenstelle Kölner Golfclub. Das Studium kann damit parallel zur Berufstätigkeit absolviert werden und wendet sich explizit an Interessenten, die eine intensive Vorbildung im Bereich Golf nachweisen können. Der Studienplan umfasst insgesamt 3.000 Stunden, pro Semester 500. Darin sind sowohl die Präsenzen als auch die Studienzeit eingeschlossen. Ines Halmburger: „Das Studium hat das Ziel, den aktuellen Forschungs- und Wissensstand im Bereich der Sportwissenschaft sowie im Golfsport zu vermitteln und die Fähigkeit zu schulen, dieses Wissen auf bekannte und neue Probleme anzuwenden. Die Teilnehmer beherrschen eine methodisch-wissenschaftliche, auf Qualität ausgerichtete Arbeitsweise, können Innovationen umsetzen und Entwicklungen im Breiten- sowie Leistungssport mitgestalten.“

Zum Studiengang wird nur zugelassen, wer entweder Fully Qualified Golfprofessional der PGA of Germany oder A-Trainer des Deutschen Golf Verbands ist und außerdem bereits ein Studium an einer wissenschaftlichen Hochschule absolviert hat. Zugelassen werden auch G1-Professionals der PGA of Germany ohne Hochschulabschluss, die sich durch ihre berufliche Erfahrung qualifizieren; G1 bezeichnet die höchste interne Graduierungsstufe innerhalb des vierstufigen PGA Fortbildungssystems. Mit Hanna Baum-Proske und Jörg Fronczak gehören auch zwei PGA Golfprofessionals des Kölner Golfclubs zu den Mitgliedern des Premieren-Jahrgangs; auch sie werden sich drei Jahre lang auf wissenschaftlicher Ebene mit dem Golfsport auseinandersetzen. „Wir erwarten uns dadurch auch jede Menge Transfer der Erkenntnisse in unseren Golfschulbetrieb“, so GC Köln-Chef Guido Tillmanns. „Dieses Studium wird den Horizont, das Wissen und das Können der beiden Kollegen beträchtlich erweitern.“

Martin Hasenbein, Ausbildungskoordinator der PGA of Germany, ist sicher, dass das neue Master-Studium eine sehr wertvolle Erweiterung des Fortbildungsangebots der PGA of Germany darstellt – und ein neue Facette, von der mittelfristig der gesamte Golfmarkt profitieren wird: „Die Absolventen des Master-Studiums bieten dem Golfmarkt eine neue Qualität an Golfprofessionals. Mit Kompetenzen, die in dieser Art bisher nicht vorhanden sind.“

Alle Kandidaten haben in Eingangstests bewiesen, dass sie in der Lage sind, wissenschaftlich strukturiert zu arbeiten, dass sie über hohe Eigenmotivation, Kreativität und Transfervermögen verfügen. Diese Qualitäten müssen sie während des Studiums weiterentwickeln. Um später beispielweise in der Lage zu sein, Studien zum Golfmarkt zu erstellen und auszuwerten. „Von der Golfschule über das große Golfresort bis zu Unternehmen der Golfindustrie: Marktforschung im Segment Golf gewinnt immer mehr an Bedeutung. Ein Golfbarometer zu erstellen, die deutsche und die internationale Entwicklung des Golfsports zu vergleichen, diese Kompetenzen sind immer mehr gefragt“, so Hasenbein. Wer den Blick über den Tellerrand beherrscht, dem eröffnet sich ein weites Berufsfeld in Sachen Golf.

Eine europäische Untersuchung zeigt, dass aktuell 52 Berufe von Personen ausgeübt werden, die ursprünglich eine Ausbildung zum PGA Golfprofessional absolviert haben. Hasenbein weiß: „Vor wenigen Jahren herrschte bei Betreibern großer Golfanlagen die Überzeugung, ein erfolgreicher Geschäftsführer müsse vor allem ein exzellenter Betriebswirt sein – gutes golferisches Verständnis galt als eher sekundär. Heute setzt sich die Erkenntnis durch, dass das Verständnis vom Golf auf einem ganz besonders hohen Niveau ausgeprägt sein muss, damit eine Anlage wirtschaftlichen Erfolg haben kann.“ Denn nur wenn die Bedürfnisse der Golfer bestens bedient werden, fühlen sich Mitglieder und Gäste wohl – und sorgen für Umsatz. „Der Markt versteht langsam“, so Hasenbein, „dass ein PGA Golfprofessional in all diesen Bereichen hohe Kompetenz mitbringt.“ Was umso mehr für die 15 Absolventen des Master-Studiums Golf gilt, das am 2. November im Kölner Golfclub begonnen hat.

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