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Die Top 3 der Sparkassen Open: Reinier Saxton, Robin Kind und Maximilian Laier (v.l.). Foto: stebl
Die Top 3 der Sparkassen Open: Reinier Saxton, Robin Kind und Maximilian Laier (v.l.). Foto: stebl

Sparkassen Open 2015

Robin Kind siegt in Bochum mit Rekordergebnis

Einen Tag nachdem Robin Kind mit einer 59er-Runde Golfgeschichte geschrieben hat, gewann der Niederländer nach spannendem Kampf die Sparkassen Open 2015 in Bochum. Auf dem Par-72-Platz des Bochumer GC brachte der 23-Jährige am Mittwoch zum zweiten Mal in Folge den besten Score des Tages ins Clubhaus, notierte 62 Schläge auf seiner Scorekarte und damit gesamt 27 unter Par (68, 59, 62) fürs Turnier. Nach drei Runden lag er damit fünf Schläge vor Maximilian Laier aus Leipzig (-22/64, 65, 65) und sechs Zähler vor seinem Landsmann Reinier Saxton (-21/67, 64, 64).

von Stefan Bluemer - 12. August 2015 16:36

Bochum – Am Ende klingt das Ergebnis nach Runden von 68, 59 und 62 Schlägen mit einem famosen Gesamtscore von 27 Schlägen unter Par deutlich, weil der Zweitplatzierte nach 18 Bahnen mit fünf Schlägen Rückstand auf dem Leaderboard erscheint. Auf dem 18. Tee hatte Maximilian Laier aber nur zwei Zähler Rückstand und hätte noch ein Stechen erzwingen können. Dafür musste der Leipziger aber alles riskieren und schlug seinen letzten Drive knapp ins Aus. Die Entscheidung war gefallen und Robin Kind konnte das Turnier ganz sicher nach Hause bringen.

Der 23-Jährige war überglücklich, seinen zweiten Sieg auf der Pro Golf Tour nach 2013 gelandet zu haben. Unterstützung hatte der Niederländer, weil seine Familie angereist war, um den Sieg von Robin Kind vor Ort zu erleben und gebührend zu feiern. „Dass meine Familie hier war, bedeutet mir viel. Sie hat zwar nicht meine 59 gesehen, aber auch diese Finalrunde war etwas ganz Besonderes für mich. Eine Woche mit solchen Ergebnissen ist einfach sehr speziell“, so Kind nach der Runde.

Seinen Kampf um den Titel hatte der Niederländer, der im Haagschen Golfclub seine sportliche Heimat hat, als enorm spannend erlebt. Spätestens ab Bahn 4 lieferte sich Kind einen beinharten Zweikampf mit Laier: „Nach vier Bahnen begann das Duell, und als Max zum Eagle eingepitcht hat, ging es unglaublich eng zu. Dann habe ich ein Eagle nachgelegt und er wieder aus dem Bunker zum Eagle eingelocht. Es ging hin und her. Ich habe zwar ständig in Führung gelegen, aber es war sehr eng. Auf Tee 18 musste er das Risiko gehen, weil er einen Eagle brauchte. Schade für ihn, dass er ins Aus geschlagen hat, aber er hatte mich vorher richtig unter Druck gesetzt.“

Robin Kind war mit einem Birdie in die Finalrunde gestartet und lag nach acht Bahnen schon wieder fünf unter Par − wie am Vortrag, als ihm die Fabel-59 gelungen war. Da scherzte seine Familie schon, dass es heute wohl eine 58 würde. Auf Bahn 9 musste der Niederländer dann aber tatsächlich ein Bogey hinnehmen. Aus der Bahn warf ihn das aber nicht, denn schon auf der 10 legte er einen Eagle nach und war wieder in der Spur. Sieben Birdies und zwei Eagle zierten heute die Scorekarte des Siegers.

Nach diesem Triumph gibt es für Robin Kind keine Pause. Für nur einen Tag fährt er nach Hause, um dann sofort zum nächsten Turnier nach Augsburg zu reisen: Die Augsburg Classic wird vom 17. bis 19. August auf dem Platz des GC Augsburg ausgetragen. Anschließend wird der Niederländer auch beim Preis des Hardenberg GolfResort in Northeim antreten.

 

Aggressive Linie für den Drive am Schlussloch

Maximilian Laier genoß es, bis zur letzten Bahn um den Titel mitgespielt zu haben. Seine Enttäuschung, am Ende mit Rang 2 Vorlieb zu nehmen, hielt sich in Grenzen: „Zu Beginn hatte ich ein paar Probleme, ins Spiel zu kommen, denn es war für mich eine neue Situation. Ich hatte bisher noch nie das Glück, als Profi in einem Leaderflight zu spielen. Daher war ich etwas nervös. Als ich aus 70 Meter einen Ball eingepitcht habe, wurde es leichter für mich. Am Ende war es ein harter Kampf zwischen Robin und mir. Auf der 18 musste ich mit dem Driver eine sehr aggressive Linie schlagen. Ich habe ihn dann fünf Meter zu weit links gehalten und damit war der Ball im Aus.“ Der 22-Jährige, der seit 2012 auf der Pro Golf Tour spielt, hat im GP Dübener Heide das Golfspiel erlernt, trainiert aktuell aber meist in GP Leipzig-Seehausen. In Bochum erzielte Laier mit Runden von 64, 65 und 65 bei einem Gesamtscore von -22 sein bislang bestes Ergebnis auf der Pro Golf Tour.

Rang 3 ging an Reinier Saxton. Der Niederländer brachte am Finaltag seine zweite 64 ins Clubhaus und kletterte so am Ende noch auf das Siegertreppchen. Dabei legte er los, als wolle er den neuen Rekord seines Landsmanns pulverisieren: Vier Birdies auf den ersten vier Bahnen, fünf unter Par nach nur sieben Löchern. Diese Zwischenstände ließen aufhorchen. Der Sturm auf die Spitze wurde am 10. Loch gestoppt. Auf diesem nur 273 Meter kurzen Par 4 wurden in den drei Turniertagen sehr viele Eagles erzielt, Saxton aber verzog seinen Abschlag und musste ein Bogey notieren. „Das war ein schönes Turnier, der Platz hat sich recht einfach gespielt, aber es hat Spaß gemacht zu sehen, wie besonders ein guter Freund so tief gespielt hat. Trotzdem war es heute schwer zu spielen, denn man wusste, dass bei den anderen Spielern viele Birdies fallen. Ich habe das heute aber auch geschafft. Ich musste heute wirklich gut spielen und hoffen, aber um den Sieg mitzuspielen, lag nicht in meinen Händen. Deshalb habe ich auch keinen Druck verspürt. Stark war, wie Robin heute auch wieder nach seiner 59 gespielt hat. Unglaublich, da noch eine 62 nachzulegen“, war der Landsmann des Siegers sichtlich beeindruckt vom Auftritt des 59er-Helden. „Ich hoffe, er kann so weiter spielen und so noch in die Top 5 in der Order of Merit kommen“, drückt Reinier Saxton seinem Freund aus dem Golf Team Niederlande die Daumen für den Aufstieg auf die European Challenge Tour.

Nicht nur die drei Spieler, die am Ende auf dem Podium standen, haben den Zuschauern tolles Golf gezeigt. Hinrich Arkenau feuerte eine 65, blieb dabei auf den Back Nine ohne Fehler und sprang im Klassement durch einen famosen Schlussspurt noch auf den geteilten 4. Platz: zwei Eagles und drei Birdies auf den letzten sechs Bahnen wollen auch in Bochum erstmal gespielt sein. Rang 4 teilt sich der Bremer mit dem Führenden der Order of Merit. Philpp Mejow aus Berlin zog einen ähnlichen Schlussspurt an und brachte von Bahn 13 bis 18 einen Eagle und vier Birdies unter, so dass auch für ihn am Ende die 65 und ein Gesamtscore von -20 stand. Zwei Schläge mehr hatte Stephan Gross auf dem Konto. Damit landete der ehemalige Nationalspieler und Collegegolfer auf Rang 7. Nach zwölf Bahnen lag Gross bei -5, konnte sich danach aber nicht mehr verbessern.

Die Premiere der Sparkassen Open in Bochum war rundum ein gelungenes Turnier, und man sah am Finaltag nur in zufriedene Gesichter. Zumal der Club vom Ufer der Ruhr sich bestens präsentiert hatte und sich Spieler und Zuschauer offensichtlich sehr wohl gefühlt hatten.

Von Seiten des Bochumer GC wurde auch die Hoffnung geäußert, dass die Sparkasse Bochum in zwei Jahren bei einer eventuell möglichen zweiten Auflage dieses Turniers wieder als Partner mit an Bord sein möge. Ralf Pütter, Headpro des Bochumer GC und Vorstandsmitglied der PGA of Germany, hatte im Vorfeld viel Zeit und Kraft in die Turnierorganisation gesteckt und bedankte sich im Rahmen der Siegerehrung sehr herzlich für die Hilfe, die er von allen Seiten erfahren hatte.

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