Bowler & Duck: R&A-geprüfte Regel-Profis am Abschlag
Mit Simon Bowler und Andrew Duck (links im Bild) stehen der PGA of Germany nicht nur
zwei erfahrene PGA Golfprofessionals als Turnierdirektoren zur
Verfügung, sondern zwei der anerkannt besten Referees Europas. Beide
haben die Prüfungen zum R&A Schiedsrichter mit der Top-Quote von 94 Prozent richtiger Antworten absolviert.
Von Matthias Lettenbichler / Foto: Jörg Sänger
Was passiert, wenn ein Mitspieler beim Putting auf dem Grün den Ball
ablenkt? Ist eine Werbebande bei einem Turnier ein bewegliches Hindernis? Darf
sie straffrei entfernt werden, wenn der Ball darunter gelandet ist? Wann ist ein
Schlag ein Schlag? Und was geschieht, wenn der Ball beim Ansprechen vom Tee
fällt? Für die zweifelsfreie Klärung solcher Fragen sind bei der PGA of Germany
Simon Bowler und Andrew Duck zuständig, beide geprüfte R&A Referees.
Wohl kein zweiter Sport ist mit einem derart
festgezurrten Regelwerk ausgestattet wie der Golfsport. 13 Gebote formulierte
die „Honourable Company of Edinburgh Golfers“ im Jahr 1744. „Steine, Knochen
und ähnliches dürfen nicht beiseite geräumt werden, um den Ball schlagen zu
können, ausgenommen auf dem Grün, und hier nur innerhalb einer Schlägerlänge“,
heißt es da etwa in Regel 4. Heute besteht das Golf-Regelwerk aus 34 penibel
formulierten Vorschriften mit zahlreichen Unterpunkten, die den Ablauf des Golfspiels
regeln. Selbst Profispieler ziehen in kniffligen Lagen einen erfahrenen
Schiedsrichter hinzu, um ja keinen Fehler zu begehen.
Simon Bowler und
Andrew Duck, im Wechsel Turnierdirektor und Schiedsrichter bei den Turnieren
der PGA of Germany, entgeht kein Regelverstoß. Sie zitieren auswendig aus den „Rules
of Golf“, den offiziellen Golfregeln, und den zugehörigen „Decisions“. Und sie entscheiden
ebenso zügig wie vor allem sicher. Und sind manchmal zu harten Entscheidungen
gezwungen: 2008, bei der HDI-Gerling German PGA Championship im GC St.
Leon-Rot, musste Andrew Duck, der aus dem englischen Middlesbrough stammt und
seit zehn Jahren Mitglied der PGA of Germany ist, seinen Landsmann Simon Brown
nach der ersten Runde disqualifizieren: Der Mit-Favorit hatte, ohne das zu wollen
oder auch nur zu wissen, in Runde 1 einen Golftrolley mit Temperaturanzeige
benutzt. Verboten nach Regel 14-3 – Artificial Devices and Unusual Equipment.
„Wir haben damals sogar in St. Andrews angerufen, um uns die Entscheidung bestätigen
zu lassen. Das war wirklich eine sehr harte Disqualifikation, aber Simon ist Profi durch und
durch, und er hat sie akzeptiert“, erzählt Duck.
Dass sie weltweit
zu den Besten ihres Fachs gehören, haben Simon Bowler und Andrew Duck eindrucksvoll
bewiesen. Unisono bestanden sie die anerkannt härteste Golfregel-Prüfung der
Welt mit Auszeichnung: Mit 94 Prozent richtigen Antworten absolvierten sie die
Abschlussprüfung der R&A Referees School in St. Andrews als mit die Besten
ihres Prüfungs-Jahrgangs.
Allein schon die
Einladung, an diesem speziellen Seminar der höchsten Regelinstanz des
Golfsports in Europa teilnehmen zu dürfen, ist eine große Anerkennung
erfahrener und engagierter Referees im Golfsport. Simon Bowler, seit 1995
Mitglied der PGA of Germany und seit 2003 regelmäßig bei PGA-Turnieren im
Einsatz, absolvierte den Test 2008, Andrew Duck war im Februar 2010 erfolgreich.
„Es geht um die
richtige Entscheidung“
Drei Monate lang bereiteten
sie sich auf die Prüfung vor, paukten täglich
mehrere Stunden Rules & Decisions. Im schottischen St. Andrews folgte nach
einem viertägigen Seminar die dreistündige Abschlussprüfung. Bei der teilweise
sogar das Regelbuch verwendet werden darf, doch „wer anfangen
muss, zu blättern und zu suchen, hat schon verloren“, so Duck. Der Zeitdruck in
der Prüfung ist hoch, Bewerber aus ganz Europa treten an, ebenso aus Australien,
Amerika und Asien. Druck, wie er auch im Turnier herrscht, wenn Entscheidungen fallen müssen, die für Spieler weitreichende finanzielle Folgen
haben können. Dort geht es daher auch „nicht so sehr um schnelle Entscheidungen
– richtig müssen sie vor allem sein“, erklärt Bowler.
Sowohl Duck als
auch Bowler sind G1-Professionals der PGA of Germany, arbeiten als Head
Professionals im GC Haus Bey beziehungsweise im GC Wasserschloss Westerwinkel.
Bowler, Jahrgang 1960, ist in Nottingham aufgewachsen, lebt aber bereits seit
1978 in Dortmund. Andrew Duck stammt aus dem englischen Middlesbrough, kam 1992
nach Deutschland und wurde 2000 Mitglied der PGA of Germany. Aufgrund ihrer
hervorragenden Prüfungsergebnisse haben beide bereits Einladungen zu
Schiedsrichter-Einsätzen bei Turnieren der European Tour und der PGAs of Europe
erhalten.
Neben
Bowler & Duck ist regelmäßig auch PGA Golfprofessional Thomas Menne
als Turnier-Schiedsrichter für die PGA of Germany im Einsatz.
Turnierveranstalter
und Clubs, die ihren Platz zum Beispiel einmal professionell
durchmarkiert haben wollen, oder die bei der Clubmeisterschaft auf ein
professionelles Team aus Turnierdirektoren und Schiedsrichtern
zurückgreifen wollen, können die Spezialisten der PGA of Germany auf
Tagesbasis buchen. Anfragen nimmt Angelika Wördehoff entgegen, Leiterin der Abteilung GOLF EVENTS der PGA of Germany.