Die PGA feiert Jubiläum

90 Jahre Professional Golf in Deutschland

Die Geschichte der PGA of Germany beginnt, als sich 1927 in Neviges in Nordrhein-Westfalen eine Handvoll Golflehrer trifft, um einen Verband ins Leben zu rufen, der alle Berufsgolfer der Nation vereint. Neun Dekaden später hat die PGA of Germany als zweitgrößte PGA Europas mehr als 1900 Mitglieder, eines der weltweit besten Ausbildungssysteme und zwei mehrfache Major-Sieger in ihren Reihen.

von Christian Langer - 2. Juni 2017 10:15

Die Professional Golfers Association of Germany ist in der Blüte ihrer Zeit: Während 1997, zum 70-jährigen Bestehen, noch rund 1000 Golfprofessionals Mitglieder der PGA of Germany waren, hat sich die Zahl mittlerweile fast verdoppelt – im Vergleich zum Jahr 1987 sogar mehr als verfünffacht. Dabei hatte alles ganz klein angefangen, als sich 1927 mehrere Golflehrer im nordrhein-westfälischen Neviges trafen, um sich als „Deutscher Golflehrer Verband e.V.“ national zusammenzuschließen. Unter den Gründern finden sich Namen wie Wilhelm Zimmer, Georg und Max Lange, Heinrich Henkell und der Brite Percy Alliss, der kurz darauf in Frankfurt die erste offizielle Deutsche Golflehrer-Meisterschaft für sich entscheiden kann. Alliss ist wohl das prominenteste Gründungsmitglied: Der Engländer zählte zu den größten Golfspielern der 1920er und 30er Jahre, gewann mit dem europäischen Team zweimal den Ryder Cup und schloss unter anderem als Dritter bei der Open Championship 1931 ab. In den Jahren des Zweiten Weltkriegs ruhte der Deutsche Golflehrer Verband, wurde aber schließlich am 28. Mai 1947 unter anderem von Hans Görnert, Kaspar Marx und Henry Ranft in Neviges wiedergegründet.

1981 gewinnt der ausgebildete Golflehrer Bernhard Langer die Rangliste der European Tour und vertritt Europa im Ryder Cup. Vier Jahre später gewinnt der Anhausener erstmals das Masters in Augusta und führt die frisch eingeführte Golf-Weltrangliste an. Das Kunststück, ein Major-Turnier zu gewinnen und Nummer Eins der Welt zu werden, gelingt mehr als 25 Jahre später wieder einem Mitglied der PGA of Germany: Martin Kaymer aus Mettmann sicherte sich 2010 den Sieg der PGA Championship, und 2011 erklimmt er Platz 1 der Golf-Weltrangliste. Kaymer hatte bereits 2006 auf der heutigen Pro Golf Tour auf sich aufmerksam gemacht: Bei der Habsberg Classic 2006 gelingt dem Tour-Rookie als erstem Deutschen eine 59er-Runde. 2007 siegte er bei der German PGA Championship im GC Am Alten Fliess.

Parallel zur Entwicklung auf sportlicher Bühne geht es auch mit dem Verband selbst in großen Schritten voran. 1994 stellt der DGLV mit Rainer Goldrian erstmals einen hauptamtlichen Geschäftsführer ein. Goldrian baut die Partnerschaften des Verbandes aus, der 1995 in „Professional Golfers Association of Germany e.V.“ umbenannt wird. Ein Jahr später gründet die PGA of Germany mit der PGA Aus- und Fortbildungs GmbH eine eigene Tochtergesellschaft und bestellt Ines Halmburger zur Geschäftsführerin. Im selben Jahr tritt eine neue Ausbildungsstruktur in Kraft. Seit dem Jahr 2000 ist Stefan Quirmbach Präsident der PGA of Germany, die ihren Sitz schließlich von Augsburg nach München verlegt und dort im Stadtteil Laim eine moderne Geschäftsstelle mit zwölf festangestellten Mitarbeitern betreibt. Bereits seit 2005 ist die PGA of Germany zudem Mehrheitseigner der EPDT Golf Tours GmbH,  welche die Pro Golf Tour betreibt, eine offizielle Satellite- und damit Zubringer-Tour der European Challenge Tour. Im Jahr 2012 wird die Ausbildung zum „Fully Qualified PGA Golfprofessional“ einer umfangreichen Reform unterzogen, die in einem modularen System mündet, welches den Zugang zur dreijährigen Berufsausbildung erleichtert und schließlich im Dezember 2015 von der PGAs of Europe als erstes Golf-Ausbildungssystem Europas auf dem „PGA Professional Level“ eingestuft wird, der höchsten von drei Stufen. 2016 nehmen mit Sandra Gal, Caroline Masson, Alex Cejka und Martin Kaymer vier Mitglieder der PGA of Germany an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro teil. 

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