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Drei Mitglieder der PGA of Germany beim World Cup

Kaymer, Kieffer, Tranacher

News

Drei Mitglieder der PGA of Germany beim World Cup

13. November 2018

Vom 22. bis 25. November kämpfen im Metropolitan Golf Club in Australien 28 Nationen beim ISPS Handa Melbourne World Cup of Golf um den Titel der offiziellen Team-Weltmeisterschaft der Professionals. Am Start des insgesamt bereits 59. World Golf Cup gehen in diesem Jahr erstmals drei Mitglieder der PGA of Germany: Während die Tourspieler Martin Kaymer und Maximilian Kieffer Deutschland vertreten, läuft Alexander Tranacher, Golflehrer des GC Starnberg, in den griechischen Nationalfarben auf.

von Christian Langer

South Oakleigh/Australien – Der World Cup ist zurück! Das traditionsreiche Turnier wird bereits seit 1953, damals noch als „Canada Cup“, in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen ausgetragen; zuletzt siegten 2016 die Dänen Thorbjørn Olesen und Søren Kjeldsen. Bereits zweimal konnte ein deutsches Team den Platz als Gewinner verlassen: 1990 holten Bernhard Langer und Torsten Giedeon die Siegertropäe, 2006 setzte sich Bernhard Langer an der Seite von Marcel Siem durch. Diesmal treten Martin Kaymer und Maximilian Kieffer im Zählspiel über 72 Löcher für Deutschland an. Beide konnten bereits mit jeweils anderen Spielpartnern World Cup-Erfahrung sammeln, zusammen haben die beiden Nordrhein-Westfalen jedoch noch nie aufgeteet. Die zwei Deutschen müssen sich auf dem Platz des Metropolitan Golf Club in South Oakleigh, einem Vorort von Melbourne, mit Spitzenteams wie Gastgeber Australien (Marc Leishman & Cameron Smith), England (Tyrrell Hatton & Ian Poulter), den USA (Kyle Stanley & Matt Kuchar) und den Titelverteidigern aus Dänemark messen. Am ersten und am dritten Turniertag spielen die Mannschaften Vierball-Bestball, in den Durchgängen 2 und 4 steht dar Klassische Vierer auf dem Programm.

„Ich freue mich wirklich sehr auf den World Cup, es ist immer etwas ganz Besonderes, sein Land repräsentieren zu dürfen. Ich habe mit Max bis jetzt noch nie in einem Teamevent oder im Vierer zusammen gespielt, ich glaube aber, dass wir uns gut ergänzen können, und ich hoffe, dass wir für Deutschland erfolgreich sein werden“, so Martin Kaymer. Denn der Turniersieg ist das klare Ziel: „Die Taktik steht: Angriff und nach vorne!“, gibt Martin Kaymer in einem Video-Facebook-Post als Parole aus. Mit den Worten „Es gibt nur eine Strategie, und die heißt: Grünes Licht. Wir gehen da nicht mit 80 Prozent an den Start, denn dann brauchen wir gar nicht erst anzutreten. Wir sind da, um das Ding zu gewinnen“, richtet er sich an seinen Teampartner Maximilian Kieffer.

Völlig überraschend ebenfalls mit von der Partie in Down Under ist beider PGA of Germany-Kollege Alexander Tranacher. Der 33-jährige Golflehrer des GC Starnberg, geboren in Stuttgart, als Sohn einer Griechin und eines Österreichers aber auch griechischer Staatsbürger, war als aktuelle Nummer 2013 der Golf-Weltrangliste eigentlich nicht in akuter Gefahr, für den World Cup 2018 nominiert zu werden. Seine Teilnahme folgt einer Verkettung kurioser Umstände. Zum einen hat damit Peter Karmis zu tun. Der gebürtige Südafrikaner hat – wie Tranacher – griechische Wurzeln. Er wird auf Rang 235 der Weltrangliste geführt. Anfang Juli 2018 entschloss sich Karmis, nicht länger wie bisher unter der Flagge Südafrikas, sondern fortan unter dem Banner Griechenlands anzutreten. Die International Golf Federation genehmigte diesen Schritt, was Karmis vom 15. besten südafrikanischen zum besten griechischen Golfspieler machte. Mit nun besten Chancen, beim World Cup of Golf 2018, vor allem aber auch bei Olympia 2020 an den Abschlag gehen zu können.

Dass er nun so schnell für sein Land spielen darf, damit hätte aber wohl auch Karmis nicht gerechnet, denn die neue Nationalität allein hätte noch nicht gereicht, um Griechenland schon im Herbst 2018 in Australien zu repräsentieren; Griechenland war mit Karmis die 29. Nation der Golf-Weltrangliste – die besten 28 Länder dürfen am World Cup of Golf teilnehmen. Nun aber kommt Kuriosum Nummer 2 ins Spiel: Ende Oktober zieht Österreich seine Teilnahme am Wettbewerb überraschend zurück, weshalb nun plötzlich Griechenland durch Karmis an Bord ist. Der braucht nun noch einen Spielpartner – und findet ihn in Alexander Tranacher, dem einzigen weiteren Griechen, der in der offiziellen Golf-Weltrangliste geführt wird, nachzulesen unter www.owgr.com.

Über die Pro Golf Tour zum World Cup of Golf

„Ich habe einen Anruf von der Hellenic Golf Federation bekommen, die mir mitgeteilt hat, dass ich beim World Cup spielen darf. Damit habe ich natürlich nicht gerechnet“, so Tranacher, der als Kind und Jugendlicher zwölf Jahre lang in Athen gelebt hatte und von 2002 bis 2004 auch Mitglied der griechischen Golf-Nationalmannschaft war. Zweimal trat er damals für Griechenland bei der Team-Weltmeisterschaft der Amateure an. Nun also der große Auftritt beim mit 7 Millionen Dollar dotierten World Cup of Golf 2018.

Dort möchte Tranacher natürlich eine möglichst gute Figur machen, weshalb nun verschärftes Training angesagt ist. „Da ich im März Vater werde, hatte ich das Spielen in letzter Zeit ein wenig vernachlässigt. Seit dem Anruf aus Athen bin ich jedoch wieder jeden Tag auf der Range und habe mir zusätzlich ein strenges Fitness- und Diätprogramm auferlegt“, so der Fully Qualified PGA Golfprofessional, der in München lebt und seit 2015 Mitglied der PGA of Germany ist. Dass Tranacher überhaupt in der Golf-Weltrangliste geführt wird, hat der gelernte Golflehrer der Tatsache zu verdanken, dass er neben Wettspielen der PGA of Germany auch immer wieder Turniere der Pro Golf Tour bestreitet, die relevant sind für die Golf-Weltrangliste. Tranacher: „Für so ein kleines Land wie Griechenland ist das natürlich eine riesen Sache, beim World Cup vertreten zu sein! Ich bin sehr stolz, dass ich mein Land und meine Nationalfarben repräsentieren darf.“

Wie die drei Mitglieder der PGA of Germany in Australien abschneiden, können alle Golffans ab den 22. November im Internet verfolgen – hier der direkte Link zum Turnier:

ISPS HANDA Melbourne World Cup of Golf 2018 >>>