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Er war ganz nah dran an seinem ersten Major-Sieg: Xander Schauffele, die Nummer 1 der deutschen Golfprofessionals. Foto: golfsupport.nl
Ganz nah dran an seinem ersten Major-Sieg: Deutschlands Nummer 1, Xander Schauffele. Foto: golfsupport.nl

147th Open Championship

Stark! Xander Schauffele T2 in Carnoustie

Was für eine grandiose Vorstellung, was für ein sensationeller Auftritt: Xander Schauffele, Nummer 1 der German Order of Merit, hat die 147th Open Championship im schottischen Carnoustie auf Platz 2 beendet. Den teilte der 24-jährige, der neben der amerikanischen auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt und seit 1. Januar 2017 Mitglied der PGA of Germany ist, mit dem US-Amerikaner Kevin Kisner, dem Engländer Justin Rose und dem Nordiren Rory McIlroy. Besser als dieses Weltklasse-Quartett war beim mit 10,25 Millionen Dollar dotierten Major-Turnier lediglich der Italiener Francesco Molinari, der mit 8 unter Par den ersten Major-Sieg überhaupt für sein Heimatland unter Dach und Fach brachte.

von Matthias Lettenbichler - 23. Juli 2018 14:30

Carnoustie/Schottland – Es gab im Grunde vier Spieler, die für reichlich Schlagzeilen sorgten in der Major-Woche in Carnoustie. Zum einen war da Tiger Woods, der lange um den Titel mitspielte, zwischendurch in Führung ging - und sich am Ende mit Platz 6 endgültig zurückmeldete in der Weltspitze. Außerdem war da natürlich der Italiener Francesco Molinari, der im Alter von 35 Jahren den bisher größten Turniersieg seiner Karriere feierte und erstmals ein Major nach Italien brachte. Und dann waren da zwei Deutsche: Bernhard Langer und Xander Schauffele.

Bernhard Langer, 60 Jahre alt, schaffte nicht nur den Cut in Carnoustie, sondern zeigte vielen der weltbesten Spieler auf beeindruckende Weise, zu welch herausragendem Golf er, der Masters-Champion der Jahre 1985 und 1993, die Nummer 1 der Golf-Weltrangliste 1986, noch immer in der Lage ist. Mit Runden von 73, 71, 68 und 71 Schlägen, gesamt 1 unter Par, teilte das Ehrenmitglied der PGA of Germany am Ende Rang 24 und wurde vom Publikum mit Ovationen am letzten Loch begrüßt.

Xander Schauffele, 24, hätte die Open fast gewonnen. Fast. Zumindest hatte er eine gute Chance, als dritter Major-Sieger des Berufsverbands nach Bernhard Langer und Martin Kaymer in die Geschichte der PGA of Germany einzugehen. Am Ende waren es drei Bogeys und ein Doppelbogey in der Finalrunde, die ihn den Titel kosteten. Doch eine Sache ist nun auch ganz gewiss: Auch Xander Schauffele ist in der Weltspitze des Golfsports angekommen.

Ryder-Cup-Chance nur für Amerika

Spätestens jetzt, nach Schauffeles beeindruckendem Auftritt in Carnoustie, hat ihn wohl auch Jim Furyk im Blick, der Kapitän des US Ryder Cup Teams 2018. Der Kontinentalvergleich wird im September in Paris stattfinden, und aktuell hat Xander Schauffele noch beste Chancen, sich sportlich zu qualifizieren. Im Ranking der US-Amerikaner belegt der in La Jolla in Kalifornien geborene Xander Schauffele nach der Open Platz 11; die besten 8 sind automatisch qualifiziert. Deadline für die Qualifikation über die Rangliste ist bei den Amerikanern der 12. August, nach der 100th PGA Championship im Bellerive Country Club in St. Louis. Außerdem schicken die Amerikaner vier Spieler per Wildcard in den Wettbewerb. Drei dieser Einladungen vergibt US-Captain Jim Furyk am 3. September nach der Dell Technologies Championship, die letzte am 9. September nach der BMW Championship. Falls er 2018 in Paris mit dabei sein will, muss Schauffele also in den kommenden drei Wochen stark spielen, um sich noch unter die Top 8 nach vorne zu schieben – oder auf eine Wildcard von Furyk hoffen.

Denn tatsächlich ist ein Einsatz für das US-Team die einzige Option, die der US-Amerikaner diesmal hat: Wie David Probyn, Assistant Director of Tour Operations der European Tour bestätigt, gibt es für Xander Schauffele keine Möglichkeit, in diesem Jahr für das Team Europa an den Start zu gehen. Zwar sei Schauffele inzwischen Affiliate Member der European Tour und damit von einer Mindest-Anzahl von Turnieren befreit, die er für die European Tour gespielt haben müsste. Seine europäische respektive deutsche Staatsbürgerschaft als weiteres Kriterium komme diesmal aber nicht zum Tragen: „Man kann seine Staatszugehörigkeit nicht mehr verändern, sobald der Qualifikationsprozess einmal begonnen hat“, so Probyn. Als die Qualifikation für den Ryder Cup 2018 begann, sei Xander Schauffele in der Golf-Weltrangliste klar als Amerikaner gekennzeichnet gewesen. Das ist laut Probyn ausschlaggebend dafür, dass er in Paris keinesfalls für Europa starten kann.

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