Nach
seiner Rückkehr aus Indien, wo er sein erstes Turnier auf der European
Challenge Tour gewann, berichtete Max Kieffer von seinem ersten
Profisieg ins seiner Karriere.
Maximilian Kieffer: Mit welchen Erwartungen sind
Sie in ihr erstes Turnier in der Saison 2012 gegangen?
Ich habe im Winter mit
einem Sportpsychologen gearbeitet und bin mit den Erwartungen ins erste Turnier
gegangen, die Aufgaben, die wir erarbeitet haben, zu erfüllen. Dies hieß,
Schlag für Schlag zu spielen und mich auf den Ballflug zu konzentrieren.
Ihre ersten drei Runden waren sehr solide mit
Ergebnissen von 70 – 71 und 70. Waren Sie damit zufrieden?
Ich war schon zufrieden.
Ich hätte zwar in allen Runden noch zwei bis drei Schläge besser spielen
können, aber wenn man auf diesem Golfplatz immer unter Par spielt, kann man
sehr zufrieden sein.
In der Finalrunde spielten Sie zusammen mit dem
über drei Runden führenden Inder Rahil Gangjee. Wann haben Sie gemerkt, dass
Sie eine Chance auf den Sieg haben?
Ich habe versucht, die
Finalrunde zu genießen, denn man spielt ja nicht jede Woche in der letzten
Gruppe. Ich habe versucht, gutes Golf zu spielen. An einen Sieg hatte ich
überhaupt nicht gedacht; erst als Gangjee im Stechen seinen Ball ins Wasser
gespielt hatte, kam mir der Gedanke, gewinnen zu können.
Als Sie im Stechen gemerkt haben, dass Sie den
Ball mit dem zweiten Schlag nur aufs Grün bringen müssen, was ging da in Ihnen
vor?
Nervös war ich schon ein
bisschen. Ich habe hauptsächlich probiert, mich auf meine Schläge zu
konzentrieren und dann zu schauen, was passiert, und nicht, irgendwie etwas
Außergewöhnliches zu probieren. Ich blieb sehr ruhig und habe mich mit dem
möglichen Sieg überhaupt nicht beschäftigt.
Was war es für ein Gefühl, den letzten Putt zu
versenken und zum ersten Mal ein Turnier zu gewinnen?
Als ich den Putt gelocht
hatte, ist die ganze Anspannung von mir abgefallen. Dann kam die Siegerehrung,
ich musste viele Interviews geben und Autogramme schreiben, richtig zur Ruhe
gekommen bin ich nicht. Richtig realisiert habe ich alles erst, als ich wieder
hier in Düsseldorf war. Dadurch, dass man Ruhe hat, sich über alles was
geschehen war Gedanken zu machen, wird einem erst richtig bewusst, was passiert
war, und man kann den Erfolg genießen.
Nachdem Gangjee seinen Ball mit dem vierten Schlag
weiter von der Fahne platzierte, als Sie ihren nach dem zweiten, war Ihnen da
klar, dass Sie das Turnier nicht mehr verlieren können?
Ich habe es gar nicht
mitbekommen, dass Rahil seinen zweiten Schlag ins Wasser gespielt hatte. Ich
stand hinter einem Baum und bin dann etwas nach vorne gegangen, dadurch habe
ich nicht gesehen, wie er geschlagen hat. Ich habe nur ein Platsch gehört und meinen
Caddie gefragt, ob er ins Wasser gespielt hatte. Als er dann nickte, dachte ich
zum ersten Mal, das könnte zum Sieg reichen. Ich habe mir gesagt: Okay Max, er
wird jetzt das Bogey spielen, versuche du zwei gute Putts zu machen.
Gleich beim Saisonstart ein Turnier zu gewinnen
muss doch etwas Besonderes sein, oder?
Das fühlt sich super an,
gerade weil es das erste Turnier der Saison war. Ich kann die Saison jetzt gut
planen und ich weiß, dass ich auch gut genug bin, um zu gewinnen. Wenn ich
jetzt weiter so arbeite, weiß ich auch, dass ich weitere Top-Platzierungen
erreichen kann.
Sind Sie ein Frühstarter, denn im letzten Jahr
sind Sie bei Ihrem ersten Turnier Zweiter geworden?
Schwer zu sagen. Eigentlich nicht so richtig. In meiner
Amateurzeit kamen meine guten Ergebnisse immer erst am Ende der Saison. Schön
wäre natürlich, wenn in einer Saison einmal alles von Anfang bis Ende gut
laufen würde.
Mit welchen Erwartungen gehen
Sie jetzt in die nächsten beiden Turniere?
Ich möchte probieren, an meine guten Leistungen in Indien anzuknüpfen. Man
darf jetzt nicht überheblich werden und denken, jetzt habe ich einmal gewonnen
und jetzt geht es so weiter. Man muss wissen, dass dies alles harte Arbeit ist
und muss weiter hart trainieren. Natürlich motiviert ein Sieg auch, aber er ist
auch ein Ansporn, noch härter an sich zu arbeiten.
Wie sieht denn jetzt Ihre weitere
Turnierplanung aus. Sie wollten ja zwischen den nächsten Turnieren noch ein
Trainingslager in den USA einlegen. Bleibt es dabei?
Meine Planung bleibt genau so bestehen. Mitte Februar geht es zum
Trainingslager in die USA, wahrscheinlich Las Vegas oder Arizona, da muss ich
noch einmal schauen, was besser ist. Von da aus geht es zum nächsten Turnier
nach Kolumbien, dann nach Hause und anschließend nach Kenia. Im April werde ich
noch ein Trainingslager in der Türkei einlegen und Ende April geht es dann mit
der Saison erst richtig los.
Das Turnier in Indien war hoch
dotiert. War der Sieg damit schon die halbe Miete für die European-Tour-Karte
2013?
Klar war es ein super Saisonstart. Aber die Tourkarte für Europa habe ich
damit überhaupt noch nicht in der Tasche. Es ist eine gute Ausgangsposition für
die Saison, aber dies ist auch schon alles. Ich muss trotzdem noch weiter gut
spielen und darf mich nicht auf die faule Haut legen. Ich möchte so lange wie
möglich im Ranking oben zu bleiben und die Tourkarte für Europa 2013 so schnell
wie möglich absichern.
Hat man als Sieger auf der Challenge
Tour auch einmal den Gedanken, als Vorbereitung auf die European Tour das eine
oder andere European-Tour-Turnier zu spielen, um sich den ganzen Ablauf dort
einmal anzuschauen?
Ich sehe dies nicht als Vorbereitung für 2013, aber ein Wunsch von mir ist,
bei der BMW International Open, die ja in diesem Jahr fast vor meiner Haustür
stattfinden, dabei zu sein. Ich denke, dies wäre nicht schlecht, denn von den
guten Spielern kann man sehr viel lernen. Es wäre für mich eine super
Erfahrung. Ansonsten konzentriere ich mich voll auf die Turniere der Challenge
Tour.
Challenge Tour: Maximilian Kieffer gewinnt im Stechen
Maximilian
Kieffer hat sensationell die Gujarat Kensville Challenge in Indien
gewonnen. Beim Auftakt-Turnier der Challenge Tour 2012 setzte sich der
Düsseldorfer, der von der Young Professional Förderung unterstützt wird
und dem GOLF TEAM GERMANY angehört, im Play-off gegen den Inder Rahil
Gangjee durch. Nach vier Runden hatten beide gleichauf mit 7 unter Par
das Clubhaus erreicht, am ersten Extra-Loch, der 18. Bahn des Kensville
GC, gelang Kieffer das Par, Gangjee musste ein Doppelbogey notieren. ENDERGEBNIS
Von Matthias Lettenbichler
Ahmedabad/Indien
– Was für ein Paukenschlag zu Beginn der Golfsaison 2012, was für ein
phantastischer Start ins Turnierjahr! Maximilian Kieffer, im letzten
Jahr Nummer 57 des finalen Challenge-Tour-Rankings und bislang noch ohne
Sieg in der 2. Liga des Golfsports in Europa, hat sich dort gleich die
erste Trophäe des Jahres 2012 gesichert. Nach vier hochkonstanten Runden
mit 70, 71, 70 und am Finaltag noch einmal 70 Schlägen fand er sich im
Stechen gegen Lokalmatador Rahil Gangjee, der Runden von 68, 69, 73 und
71 auf dem Par-72-Platz des Kensville Golf Course gespielt hatte.
Kieffer notierte in jeder Runde zwischen 3 und 5 Birdies, glich damit
die wenigen Bogeys auf dem anspruchsvollen Platz aus und zeigte sich
relativ unbeeindruckt von den wegen heftigen Windes teilweise sehr
schwierigen Bedingungen. An Loch 16 der Finalrunde, einem 178 Meter
langen Par 3, gelang ihm schließlich das an diesem Tag 5. Birdie, mit
dem er auf 7 unter Par stellte und zum Führenden Gangjee aufschloss.
Im
Stechen schließlich platzierte der 21-Jährige seinen Abschlag an der 18
perfekt am rechten Fairwayrand, spielte aufs Grün und benötigte zwei
Putts zum Par. Kontrahent Gangjee schickte seinen Ball in den Bunker und
traf von dort nur dessen Lochkante, von wo der Ball im Wasserhindernis
landete. Letztlich reichte es für ihn nur zum Doppelbogey. "Als Rahils
Ball im Wasser landete, konnte ich mich etwas entspannen", so Kieffer.
"Ich hätte zwar erwartet, das er noch das Bogey rettet, aber nachdem
sein Bogey-Putt vorbei ging, wusste ich, dass das jetzt mein Sieg ist."
Ein
Sieg, der ihm eine hervorragende Ausgangsposition im Rennen um die 20
Top-Plätze der Jahres-Endrangliste der Challenge Tour garantiert: "Wobei
mir klar ist, dass das noch ein langer Weg ist", so Kieffer. Für seinen
ersten Sieg auf der Challenge Tour kassiert er 32.000 Euro Preisgeld
und kann nun die gesamte weitere Saison sorgenfrei aufspielen: Er ist
damit automatisch für jedes der kommenden 28 Turniere qualifiziert und
hat die Reisekasse vorerst gut gefüllt.
Souverän auch unter Druck
„Ich
kann es noch gar nicht fassen, dass ich mein erstes Turnier gewonnen
habe“, so Kieffer nach seinem Triumph. „Ich glaube ich werde erst morgen
begreifen, was heute passiert ist. Die ganze Woche über habe ich eine
konstante Leistung gezeigt und in der Finalrunde meine Chancen genutzt.
Es ist so unglaublich schwierig, auf der Challenge Tour zu gewinnen,
deshalb bin ich wirklich sehr glücklich.“ Mit der Saison 2011, so
Kieffer weiter, sei er nicht sehr zufrieden gewesen, denn nach dem gegen
Nicolas Meitinger verlorenen Stechen bei der Allianz Challenge de
France sei er nicht mehr in Form gekommen. "Ich habe es heute wirklich
genossen, mal wieder in der letzten Gruppe zu spielen. Es war schon
Druck da, aber ich bin ganz zufrieden, wie ich damit umgegangen bin."
Und
die weiteren Deutschen? Bernd Ritthammer beendete das Turnier auf Platz
30 (71, 74, 75, 75/+7), Allen John kam auf Position 58 (71, 77, 83,
79/+22). Sebastian Buhl hatte mit 78 und 73 Schlägen an den Tagen 1 und 2
den Cut verpasst.
Ganz stark: Maximilian Kieffer jetzt schon auf Platz 2!
Maximilian
Kieffer (Foto) gibt beim Auftakt-Turnier der Challenge Tour 2012 eine
brillante Vorstellung: Nach drei Runden der Gujarat Kensville Challenge
in Indien liegt der Düsseldorfer auf Platz 2, hat nur einen Schlag
Rückstand auf den Führenden.
Ahmedabad/Indien
(tki) – Eines steht jetzt schon fest: Maximilian Kieffer hat einen
hervorragenden Start in die Saison erwischt. Der 21-jährige
Düsseldorfer, Mitglied des Golf Teams Germany, liegt vor der
Abschlussrunde der Gujarat Kensville Challenge im westindischen
Ahmedabad nur einen Schlag hinter dem Führenden, dem Inder Rahil
Gangjee.
Kieffer präsentiert sich beim Eröffnungsturnier der
Saison 2012 sehr stabil. Nach vier Birdies unterschrieb der deutsche
Golfprofessional am Samstag erneut eine 70 und teilt sich mit aktuell
211 Gesamtschlägen (70, 71, 70) Rang zwei mit dem US-Amerikaner Dodge
Kemmer (beide -5).
"Das war heute ein harter Tag im Wind und mit
schwierigen Fahnenpositionen. Deshalb bin ich zufrieden mit meiner
70er-Runde", sagte Kieffer, der sich nach einem langen Samstag zwar ein
wenig müde fühlte, aber zuversichtlich blieb: "Ich freue mich auf den
Finaltag." Immerhin wird im GC Kensville ein Gesamtpreisgeld in Höhe von
200.000 Euro ausgespielt. Gangjee geht als Führender mit sechs Schlägen
unter Par in die Finalrunde. Das Führungstrio schlägt um 10.30 Uhr
Ortszeit (5 Uhr morgens/MEZ) ab.
Der Nürnberger Bernd Ritthammer
liegt mit 220 Schlägen (+5) nach drei Runden auf dem geteilten 34. Rang.
Allen John, wie Kieffer Akteur des Golf Teams Germany, hat als dritter
Deutscher den Cut in Indien geschafft und geht als geteilter 59.
(231/+15) in den Sonntag.