Die Auswirkungen funktionellen Komplextrainings im Golf, der
Aufbau eines Jugendstützpunktes und Taktik im Golfsport: Mit diesen
Themen beschäftigten sich drei Mitglieder der PGA of Germany in den
letzten Jahren intensiv und schrieben ihre Erkenntnisse in
umfangreichen Master-Arbeiten nieder. Lohn der Mühe und Forschung: Dr.
Kathrin Appell, Lars Rehbock und Marc Müller-Dargusch gehören ab sofort
zum Kreis der PGA Master-Professionals. Diese höchste Auszeichnung des
fünfstufigen PGA-Graduierungssystems wird stets auf Lebenszeit
verliehen.
Bad Kissingen – „Ein St. Leon-Rot ist nicht
genug!“ Diese These wählte Lars Rehbock als Titel seiner Master-Arbeit,
in der der Head Professional der Golfsportanlage Rheine/Mesum den
Aufbau eines Jugendstützpunktes beschreibt. Am Beispiel des eigenen
Clubs im Münsterland zeigt der 42-Jährige, wie erfolgreiche
Jugendarbeit auch mit vergleichsweise bescheidenen finanziellen Mitteln
entstehen kann. „Eine der wichtigsten Voraussetzungen für das
Funktionieren eines Jugendkonzeptes sind die vertrauensvolle
Zusammenarbeit aller beteiligten Personen und ein sehr gutes Umfeld im
Club“, so Rehbock. Von Anfang an müssten Vorstand, Jugendwart und
Anlagenbetreiber mit einbezogen und bei den Mitgliedern Werbung für das
Konzept betrieben werden. Dann könne auch ein im Vergleich mit
Deutschland-Primus St. Leon-Rot kleiner Golfclub in Sachen Breiten- und
Leistungssport im Jugendbereich viel bewirken. Lars Rehbock erhielt
für sein Konzept nicht nur den Titel eines PGA Master-Professionals, er
wurde für seine Erfolge auch als PGA Jugendtrainer des Jahres
ausgezeichnet.
Zwei Titel brachte auch die wissenschaftliche
Arbeit von Dr. Kathrin Appell ein. Die 37-Jährige hatte bereits 2005
mit dem Thema „Körperwahrnehmung im Golf“ an der Sporthochschule Köln
promoviert. In ihrer Master-Arbeit mit dem Titel „Auswirkung eines
funktionellen Komplextrainings auf Körperwahrnehmung und
Bewegungsmerkmale im Golfschwung“ vertiefte und aktualisierte sie die
Erkenntnisse noch einmal. „Ich kann meinen Schülern zeigen, wie sie
ökonomischer und oftmals viel einfacher spielen können, und wie der
Ball besser fliegt“, so die Diplom-Golflehrerin, die im GC Elfrather
Mühle unterrichtet. Wie ihre Master-Kollegen nahm sie die Auszeichnung
im Rahmen des PGA-Galaabends in Bad Kissingen entgegen. Ihre Arbeit war
bereits 2009 anerkannt worden.
Wie sie mit kluger Spiel-, Schlag- und
Platztaktik und der richtigen Strategie Schläge sparen und erfolgreich
spielen können, zeigt Marc Müller-Dargusch seinen Schülern und Kunden
im Attighof Golf & Country Club. Seit drei Jahren beschäftigt sich
der 41-Jährige intensiv mit dem Thema „Taktik im Golfsport“ – so
lautete denn auch der Titel seiner Master-Arbeit. Mit Hilfe
umfangreicher Leistungstests fand er heraus, dass vor allem im Kurzen
Spiel und beim Chippen auch Golf-Einsteiger durch die richtige
Schlägerwahl – einer der zentralen Taktik-Faktoren im Golf – Schläge
einsparen können. Wobei seine Untersuchungen auch bestätigten: „Ohne
Technik keine Taktik. Je fortgeschrittener ein Spieler ist und umso
mehr Schlagvarianten er beherrscht, desto mehr Möglichkeiten hat er
auch, taktisch zu variieren“, so der PGA Master-Professional. In seiner
Arbeit stellt er auch die Abgrenzungen und Unterschiede zwischen
Taktik und Strategie dar und beschreibt, wie beides zu mehr Spaß und
Erfolg auf dem Golfplatz führt.
Der Titel eines Master-Professionals ist die
höchste Auszeichnung, die ein Golfprofessional hierzulande erhalten
kann. Die PGA of Germany als Dachverband des Professional Golf in
Deutschland vergibt diese an Mitglieder, die zumindest zehn Jahre lang
dem Verband angehören, die Graduierungsstufe G1 erreicht haben und eine
wissenschaftliche Arbeit zum Thema Golf verfasst haben, die
wesentliche neue Erkenntnisse bringt. Mit den drei neu in den Kreis
aufgenommenen Professionals haben bislang 21 Mitglieder der PGA of
Germany den Status eines PGA Master-Professionals erreicht. Weitere
Infos unter www.pga.de.
Die Master-Professionals der PGA of
Germany (Stand: 4/2010)
| Dr.
Kathrin Appel |
Auswirkung
eines funktionellen Komplextrainings auf Körperwahrnehmung und
Bewegungsmerkmal im Golfschwung (2009) |
| Shaun
Case |
Visualisierung
– Definition, Erläuterung und ihre Integration in den Golfunterricht
(2007) |
| Andy
Clark |
Öffentlicher
Golfsport in Deutschland (2005) |
| Oliver
Heuler |
Neufassung
des Ausbildungshandbuches zu den Kapiteln „Golftechnik – Langes
Spiel“ und „Methodik und Didaktik“ (2008) |
| Martin
Höcker |
Golf für
Behinderte, eine Darstellung und Analyse der Gesamtsituation in
Deutschland (2003) |
| Alan
Hogg |
Auf den
Spuren von Tiger! (2006) |
| Hans
Werner Kahre |
ProShop
2006 – Chance oder Auslaufmodell? (2007) |
| Christoph
Kilian |
Optimierung
der physischen Voraussetzungen im Golf (2002) |
| Manfred
Knauss |
Die
Pendelmethode, ein Schulungskonzept und die damit verbundenen
Erfahrungen im Golfresort Bad Griesbach (2003) |
| Peter
Koenig |
Leistungssteuerung
im Golfsport (2002) |
| Thomas
Kubernat |
Balanced
Golf (2006) |
| David
Marcks |
Golf
Club Fitting (2006) |
| Marc
Müller-Dargusch |
Taktik
im Golfsport (2010) |
| Oliver
Neumann |
Neufassung
des Ausbildungshandbuches zum Kapitel „Materialkunde und
Schlägerreparatur“ (2008) |
| Martin
Pyatt |
Marketingkonzept
eines Golfclubs (2008) |
| Stefan
Quirmbach |
Neufassung
des Ausbildungshandbuches zum Kapitel „Golftechnik – Kurzes Spiel“
(2008) |
| Lars
Rehbock |
Ein St.
Leon-Rot ist nicht genug – Aufbau eines Jugendstützpunktes (2010) |
| Ulrich
Schäring |
Golfspezifisches
Koordinationstraining zur Technikstabilisierung des Golfschwunges
(2007) |
| Bradley
Thompson |
Golf
lernen für Behinderte – Konzept und Fallbeispiel (2004) |
| Guido
Tillmanns |
Feasibility
Study für Golfanlagen (2009) |
| Uwe
Venohr |
Lernprozesse
und deren Motive (2007) |