Die ersten Golflehrer in Deutschland
Die ersten Golflehrer in Deutschland sind zu Beginn des 20. Jahrhunderts britische Pros, die von den ersten, zum Teil noch informellen deutschen Clubs angeheuert werden. Neben der Lehre vertreiben sie Ausrüstung und sind für deren Reparatur und oftmals auch für die Platzpflege zuständig.
Nach und nach bilden die Briten die ersten deutschen Golflehrer aus, z.B. Georg Lange, der 1907 als Caddie in Berlin begann. Insbesondere C.S. Butchart tut sich in der Ausbildung deutscher Golflehrer hervor. 1913 berichtet „Lawn Tennis & Golf“ sogar über seine Absicht, eine formelle Golflehrerschule in Berlin zu gründen. Mit Ausbruch des ersten Weltkriegs verlassen viele der britischen Golflehrer Deutschland, Butchart wird in einem sogenannten „Engländerlager“ zwangsinterniert.
Juli 1911 - Oberhof
Frühe Golflehrermeisterschaft auf dem Golfplatz Oberhof in Thüringen. U.a sind dort Gründungsmitglied Heinrich Henkel (rechts im Bild) zu sehen.
Die Golflehrer haben lange den Status von Angestellten – trotz ihrer überlegenen sportlichen Fähigkeiten sollen sie sich auf Lehren beschränken. Zunächst nur vereinzelt stiften private Gönner aus den Golfclubs Preisgelder für Wettkämpfe der Berufsspieler in Deutschland. Nur im noblen Golfclub Oberhof etabliert sich seit 1909 ein jährlicher Wettkampf der Berufsspieler – als Gewinner sind 1909 und 1910 der Pro Richardson und 1913 C.S. Butchart überliefert. 1911 setzt der GC Baden-Baden Preisgelder in Höhe von 5000 DM für eine Offene Meisterschaft aus – die jedoch vom Deutschen Golf Verband nicht anerkannt wird und somit auf Clubebene stattfindet. Gewinner ist Harry Vardon.